Leichte Knöchelverletzung
Auf Grund eines Schlages auf meinem linken Knöchel während der ersten Halbzeit war es mir nach der Pause leider nicht mehr möglich, das FA-Cup-Spiel gegen Mansfield Town fortzusetzen. Ich glaube aber nicht, dass es eine ernsthafte Verletzung ist. Eine genaue Abklärung durch die Ärzte erfolgt noch heute Abend.
Ob ich im kommenden Meisterschaftsspiel am Dienstag gegen Wigan einsatzbereit bin, bleibt vorerst fraglich. Ich bin aber guter Hoffnung, dass ich bis Dienstag wieder fit und schmerzfrei sein werde.
Euer „Mad Dog“ Emanuel
Einberufung ins Nationalteam
Es macht mich persönlich sehr stolz nach so langer Zeit (1 1/2 Jahre) wieder Teil der
Nationalmannschaft zu sein.
Meine bisherige Karriere in der Nationalmannschaft war sicher keine einfache.
Zum Start musste ich und vor allem mein damaliger Teamchef Hans Krankl viel Kritik einstecken. Zum einen, weil viele Journalisten der Meinung waren, ich hätte in der Nationalmannschaft nichts zu suchen. Und zum anderen, weil Hans Krankl trotzdem an mir festhielt. Dieser nicht gerade von Vorschusslorbeeren gekennzeichnete Start war für einen - damals vor allem in der Nationalmannschaft unerfahrenen Spieler wie mich - kein einfacher. Junge Spieler brauchen nun mal Zuspruch und Selbstvertrauen. Ich glaube jedoch, dass ich trotz der schwierigen Umstände auf Grund der steigenden Länderspielerfahrung eine ganz ordentliche Entwicklung auf internationalem Parkett gemacht habe.
Leider gab es immer wieder Rückschläge; vor allem meine rote Karte im letzten Quali-Spiel gegen Nordirland und die daraus resultierende Sperre für die ersten 2 Spiele der EM machten mir zu schaffen.
Diese Situation beeinflusste sichtlich meine Leistung; auch die (körperliche) Umstellung auf die anspruchsvolle englische Liga zollte ihren Tribut. Meine folgenden Leistungen unter Teamchef Hickersberger waren alles andere als berauschend, so ehrlich muss ich sein.
Diese Situation und auch andere Dinge, auf die ich nicht näher eingehen will, frustrierten mich damals so sehr, dass sie leider zum Rauswurf aus der Nationalmannschaft führten.
Die folgende Zeit war sicher nicht einfach, auch ein wenig frustrierend um ehrlich zu sein, denn ich habe mich in der englischen Liga unheimlich weiterentwickelt und konnte in Ă–sterreich leider niemandem zeigen, auf welch hohem Niveau ich in der Zwischenzeit im Stande war, Leistung zu bringen. Genau als ich in der Form meines bisherigen Fussballer-Lebens war, durfte ich es niemandem in Ă–sterreich zeigen.
Und dann der nächste Tiefschlag: Ich verletzte mich an beiden Knien, und genau in diesem Zeitraum beschließt die
FIFA eine neue Regel, auf Grund derer ich nun meine Sperre absitzen könnte. Auch der Teamchef stellt mir ein Comeback in Aussicht. Nur meine Knie spielen nicht mit und ich weiß nicht einmal, ob ich überhaupt bis zur Euro fit bin. Niemand wagt es, eine Prognose abzugeben. Die Zeit zerrinnt förmlich in meinen Fingern, sie läuft mir sprichwörtlich davon. Die größte Leidenszeit meiner bisherigen Karriere beginnt.
Als Ă–sterreicher muss man sich darĂĽber im Klaren sein, dass einem im FuĂźball nichts geschenkt wird. Ich musste mir in meiner bisherigen Karriere jedes noch so kleine Detail verdammt hart erarbeiten. Ein Ă–sterreicher hat eben nicht die Reputation eines Spielers aus Deutschland oder Frankreich.
Genau diese Erfahrung machte für mich jedoch das Unmögliche möglich. Nach meiner Operation in England bei Dr. Bollen suchte ich mir mit Hilfe meines Freundes Armin Assinger die besten Kniespezialisten, die ich kriegen konnte. Wer sollte das besser wissen als Armin, der sich als Skifahrer schon so ziemlich alles im Knie zerstört hat, das man sich vorstellen kann. Und trotzdem läuft er heute noch rund.
Somit landete ich im
ALTIS dem Zentrum für Sportmedizin im Humanomed Zentrum Althofen. Mit verdammt harter Arbeit meinerseits (mein Therapietag begann um 6 Uhr morgens und endete um 17 Uhr) und der tollen Arbeit des Altis Teams - allen voran Christoph Kopeinig, der mich auch nach England begleitete und nun auch für meine weitere Karriere mein persönlicher Physiotherapeut ist - konnte ich nach 3 Monaten wieder spielen. Endlich Licht am Ende des Tunnels.
Gareth Southgate setze mich sofort wieder in der Premier-League ein, somit konnte ich meine Sperre in der Nationalmannschaft gegen England und Tunesien absitzen. Ich war unheimlich glĂĽcklich, auch wenn es ein wenig schmerzte, gegen England noch nicht dabei gewesen zu sein.
Nach diesem bisher etwas ungewöhnlichen Weg in Richtung EURO 2008 hoffe ich, dass von nun an alles in ruhigen Bahnen verläuft. Auf Grund meiner Verletzung bin ich zurzeit fitnessmäßig am untersten Level, auch der dichte Spielplan rund ums Länderspiel gegen Deutschland wird mir zusetzen.
Ich glaube aber, dass dies alles „irrerelevant“ ist (wie Hans Krankl sagen würde), falls ich gegen Deutschland auflaufen darf. Die Freude, der Stolz und alles andere werden so viel Adrenalin freisetzen, dass ich wahrscheinlich 2 x 90 Minuten spielen könnte. Wir werden sehen.
Natürlich werde ich auch versuchen, mich so gut wie möglich in die Mannschaft einzugliedern. Diese hat sich weiterentwickelt, vor allem das Mannschaftsgefüge. Hier liegt es an mir, dies zu akzeptieren, wie immer es auch Aussehen mag, und mich bestmöglich einzugliedern.
Keiner ist wichtiger als die Mannschaft.
Euer „Mad Dog“ Emanuel
Blackburn Rovers 1 - Boro 1
Beim gestrigen-Remis in Blackburn wurde mir eine besondere Ehre zu Teil. Ich durfte in der zweiten Hälfte die Kapitänsschleife des zur Pause verletzt ausgetauschten Julio Arca übernehmen. Es war eine grosse Ehre und ein besonderer Tag für mich. Getrübt wurde er nur, dass wir nur ein Remis erreichten - nach unserer Mannschaftsleistung hätten wir uns an diesem Nachmittag 3 Punkte verdient. Nun freue ich mich aber schon auf das nächste Premier-League-Spiel gegen Wigan und auf ein hoffentliches heisses aber faires Duell mit Paul Scharner. Zuvor steht aber noch der FA-Cup (Mannsfield Town – Boro) am Samstag auf dem Programm.
Euer "Mad Dog" Emanuel
Boro - Liverpool 1:1
Auf Grund einer Viruserkrankung, die mich schon die ganze Woche begleitete, konnte ich heute leider das Spiel gegen Liverpool nicht bestreiten. Bis vorgestern hoffte ich noch, es vielleicht doch zu schaffen und wieder voll fit zu sein. Ich musste dann aber doch einsehen und akzeptieren, dass dies nicht möglich ist.
NatĂĽrlich habe ich das Spiel heute daheim mitverfolgt. Ich gratuliere der Mannschaft zu diesem tollen Erfolg! Es ist zwar schade, dass wir den Ausgleich hinnehmen mussten, aber ein unentschieden gegen Liverpool ist auch nicht schlecht.
Ich werde am Montag wieder mit dem Mannschaftstraining beginnen und werde alles versuchen, damit ich bis zum Wochenende - beim Spiel gegen Blackburn – wieder voll einsatzfähig bin.
Euer „Mad Dog“ Emanuel